Unser ganzes Leben war sie da, die erziehende Bildungsstätte.
Eine gut 13jährige Odyssee mit dem Ziel uns zu sozialen Menschen in
einer modernen, gebildeten Welt zu machen. Im Kindergarten ging es darum
sich den Kletterturm zu erkämpfen, die Grundschule schürte den
Geschlechtskampf zwischen Männlein und Weiblein und das CGE schließlich
bietet da eine ganze Reihe variable sozialpädagogische Aktionsbereiche
á la Weltermann an:
Beginnend mit den unterstuflichen Klassenkämpfen von Klasse a)
bis Klasse e) ist schon ein breit gefächertes Spektrum erreicht:
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Die nebeneinander liegenden Klassenräume führten bei gewissen
Klassen zu regelmäßigen "Guten-Morgen-Prügeleien"
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Schulische Sportveranstaltungen schraubten den Anti-Klassismus produktiv
in die Höhe ("Ich tret' Dich um, Du Sau!")
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Diskussionen über die schönsten Klassen-Elsen führten nie
zu Kompromissen
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Jede Klasse rühmte sich, die meißte Scheiße zu bauen
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Unter diesem Punkt müssen wir festhalten, daß die "e" schon
immer die langweiligste Klasse war!
Innerhalb der Klassengemeinschaften herrschte immer Respekt gegenüber
dem anderen und die Würde des Mitschülers war unantastbar. So
auch bei Stefanie K., als sie einen Amoklauf über die Tische der "d"
inszenierte, um dem um sein Leben rennenden Ingo C. ans Leder zu gehen,
nachdem er ihr ein Fenster an den Kopf gestoßen hatte.
Während die Mittelstufe eher zu einer dreijährigen Verarschung
der Lehrer diente, steht die Oberstufe dieser in nichts nach, jedoch ist
dieser soziale Haufen jetzt eher eine große Familie in einem Kursmix,
die sich aus vielen kleinen Gruppierungen und Aussätzigen zusammensetzt.
So teilt man nun zum Beispiel seine Schulzeit (Bilderbogen, Keller) mit
den Leuten, mit denen man auch seine Freizeit oder sein Bett teilt.
Doch diese schöne Zeit ist nun vorbei!
Vorbei die Zeit, in der man täglich alle möglichen Leute sieht,
die man liebt, die man haßt oder die man zum kurzen Small-Talk mißbraucht.
Was nun? --- Unsere kapitalistischen Wirtschaftsverbrecher können
sich schon mal auf eine 20jährige Arschkriecherei bei einflußreichen
Ausbeutern einstellen, die zukünftigen Beamten oder die mit den restlichen
0-8-15-Jobs, auf die immer gleichbleibenden drei Gesichter auf der Maloche.
Einige werden vielleicht auch bei ihrem lebenslangen Studium, das sie niemals
abschließen werden, verblöden. Was tun also, wenn der gewählte
Traumberuf einen wirklich mal nerven sollte? Da gibt's nur eins: Zurück
zur Schule!
Dies ist allerdings nicht zu empfehlen, wenn man bedenkt, was wir für
andere labile Stufen haben. Man sollte sich eher mit Freude daran erinnern,
wie man zum ersten Mal aus der Klasse geflogen ist, zum ersten Mal im Klassenbuch
stand oder zum ersten Mal zu Karl-Heinz W. mußte. Wenn man dann noch
an die Roebens, Cubers, Schleichers, Kollers oder Jungens denkt, hat der
Tag sein Amüsement wieder!
Ein großes Dankeschön daher an die Schule, die ihr Ziel erreicht
hat und uns nun als Sozialfälle in die große, weite Welt entläßt!
(Volker Oehmke)