Von Obstsalat, UVO-Strich und anderem "Unfuck"
Nachdem sich die Angehörigen des Grundkurses 2 Mathematik bei Herrn
Geiser schon sechs Stunden durch den schulischen Alltag geschleppt haben,
fällt es ihnen nun besonders schwer, dem Unterricht von Herrn Geiser
zu folgen, ohne daß ihnen die Augen zufallen. Denn die Nachwirkungen
des Wochenendes setzen spätestens jetzt, Montag 7. Stunde, ein. Nachdem
sich dann ungefähr zehn Minuten nach Unterrichtsbeginn die Schüler
in K4 versammelt haben, beginnt man, den neusten Tratsch vom Wochenende
zu verbreiten, denn an mancher Person ging eine Fete nicht folgenlos vorbei
(zum Beispiel die vom 11.03.1994).
Der Hilfeschrei "Hallo!" von Herrn Geiser ist in diesem Tumult kaum
hörbar und wird folglich nicht beachtet. Etwas energischer folgt dann
"Könnten wir den Geräuschpegel etwas senken?" Doch schon kurze
Zeit später tritt die Monotonie dieses Unterrichts wieder ein: Karten
spielen, Briefe schreiben oder lesen, labern und ablachen. Durch die nun
folgende Äußerung von Herrn Geiser "Auch ich habe die 7. Stunde!"
wird den Schülern bewußt, daß Lehrer und Schüler
doch Gemeinsamkeiten haben, nämlich die Neigung zur "schnellen Erschöpfung".
So nehmen die Schüler das Einverständnis von Herrn Geiser einfach
vorweg, und beschließen, den Unterricht nicht nur später zu
beginnen, sondern auch früher zu beenden. So gilt der bei den Lehrern
beliebte Ausspruch "Der Lehrer beendet den Unterricht" nicht länger,
sondern wird in das Motto "Wir Schüler beenden den Unterricht" umgewandelt.
So packen alle ihre Sachen und gucken, daß sie schnell nach Hause
kommen. Herrn Geiser sieht man ja schon am nächsten Tag in der 3.
und 4. Stunde wieder.
Diese Stunden beginnen mit dem bekannten Worten "Hallo! Können
wir den Geräuschpegel etwas senken?", welches aber nicht versichert,
daß der niedrige Geräuschpegel auch länger anhält.
Herr Geiser klappt die Tafel auf, auf der nur die Worte "Fuck off!" zu
entziffern sind. Die Reaktion von Herrn Geiser bekamen die meisten Schüler
vielleicht noch nicht einmal mit. Schade für sie, aber manchmal lohnt
es sich doch, aufzupassen! Folgendes aus Herrn Geisers Mund: "Fuck off?
(auf die englische Aussprache wurde verzichtet und man blieb lieber bei
der deutschen, aber was hat Mathe und Physik auch schon mit Englisch zu
tun?) Das kann ich nur mit dem Gegenteil erklären, nämlich mit
Unfuck!" Kleines Wortspiel, aber ich glaube, wir haben es soweit auch alle
verstanden. Hat zwar nichts mit Mathe zu tun, genauso wenig wie der "UVO-Strich"
(kleiner Versprecher), aber bei letzterem sollte ja auch "uv´" gemeint
sein. Und wenn man an eine "Rechenoperation" herangeht, dann "erzeugen
wir völligen Quatsch" (Verweis auf die Biologie, denn jetzt wissen
wir: "In jedem steckt ein kleiner Erzeuger!").
Doch nicht nur das lehrte uns Herr Geiser; er machte uns vielmehr auch
mit dem "kleinen", dem "primitiven" und dem "plumpen Trick" bekannt. Doch
Herr Geiser hatte es nicht immer leicht, denn wir waren ein wenig begriffsstutzig
und unsere Lösungsvorschläge oftmals "unschön".
Der häufig wiederholte Ausdruck "unschön" trug zunächst
zur Belustigung bei, doch als kritische Schüler bemerkten manche,
daß dieser Ausspruch wahrscheinlich nur geklaut war, denn wer am
12.03.1994 Schmidteinander gesehen haben sollte, dem müßte aufgefallen
sein, daß Comtessa Gunilla den gleichen Wortschatz ("unschön")
besitzt wie Herr Geiser. Da kommt doch die Frage auf, wer von wem abgeguckt
hat. Und so ein Verhalten bei einem Lehrer, der den Schülern doch
als Vorbild dienen sollte. (Jetzt liegt es auf der Hand, wie so manch einer
seine notwendigen Punkte in Mathe gesammelt hat.)
Doch freut es uns sehr, daß Herr Geiser seine Freizeit mit solch
anspruchsvollen Sendungen ausschmückt. Diese Sendung besitzt doch
ein weit höheres Niveau als solche auf West3, die zum Beispiel Mathematik
oder Physik thematisieren. Sieht man halt doch wieder einmal, daß
Lehrer und Schüler gemeinsame Interessen aufweisen, so wie auch das
gemeinsame Frühstück, das wir eigentlich relativ oft veranstalteten,
und zu denen Herr Geiser immer "Honig von eigenen Bienen" mitbrachte.
So, jetzt sind wir auch schon fast am Ende, aber wo wir die Natur schon
einmal erwähnt haben, kurz noch der Versuch von Herrn Geiser, uns
das Prinzip des Skalarproduktes zu verdeutlichen: "Es ist, als würden
wir Äpfel und Birnen addieren. Es kommt vielleicht Obstsalat heraus!"
Viele solcher Zitate werden einige Schüler wahrscheinlich nicht
einmal mitbekommen haben, und wir hoffen, daß Herr Geiser diese Darstellung
seines Unterrichts aus Sicht der Schüler nicht falsch versteht. Schließlich
zählt Herr Geiser zu den wenigen Lehrern, die auch menschliche Züge
zeigen, und durch seine Gutmütigkeit steuerte er so manchen Punkt
bei, der zum lang ersehnten Abi führte.
Zum Schluß noch eine Kopie, in der sich AF alias Afschin Fachr
anmaßt, Stellung über unsere Abi-Vorklausur zu nehmen, die zum
persönlichen Schriftwechsel zwischen Lehrer und Schüler führte.
Herr Geiser nahm dies jedoch nicht übel, so daß nicht befürchtet
werden muß, daß dem CGE eine Gerichtsverhandlung ins Hause
steht, mit der schon ein Schüler - besser gesagt eine Schülerin
- drohte, um seinen/ihren Abi-Durchschnitt zu verbessern. Leider konnten
wir das Original des Schriftwechsels aus drucktechnischen Gründen
nicht abdrucken.
(Sandra Kliemt)
Kommentar AF: "Diese Klausur war meiner Meinung nach nicht Abiturrelevant,
sondern eher relevant für ein Staatsexamen! Warum behandeln wir Aufgaben
mit diesem Niveau nicht im Unterricht?"
Als Antwort von Herrn Geiser: "Daß Sie in manchen Aufgabenteilen
den direkten Bezug zum Unterricht vermissen, liegt nicht daran, daß
er nicht gegeben ist, sondern daran, daß Sie ihn nicht erkennen.
Zum Beispiel Aufgabe 3: Wenn Sie eine Ebenengleichung, die Sie bis auf
einem Rechenfehler richtig haben, nicht als solche erkennen, ist klar,
daß Sie damit "nichts anfangen" können. An keiner Stelle der
Arbeit sind Berechnungen erforderlich, die nicht im Unterricht waren, wenn
auch teilweise in anderem Zusammenhang. Sie im neuen Zusammenhang zu erkennen
ist die verlangte selbständige Leistung. Den Vergleich mit einem Staatsexamen
sollten Sie lieber unterlasse, wenn Sie nicht auf einen Lacherfolg spekulieren.
Wenn Sie aussagekräftige Vergleiche anstellen wollen, empfehle ich
Ihnen, Ihre Leistungen mit denen einiger Mitschüler und Mitschülerinnen
zu vergleichen. Zwar nicht in unserem Kurs, wo Sie sicher einer der leistungsstärksten
Schüler sind, jedoch in den Parallelkursen. Im Grundkurs 3 gab es
von nur 13 Arbeiten 4 mal die Note gut, und im Grundkurs 2, der nur eine
andere Aufgabe 1 hatte, 3 mal gut und 3 mal sehr gut. Das heißt,
daß es diese Noten diesmal in unserem Kurs nicht gibt, ist kein Argument
für eine zu schwierige Klausur."