Ein Exot unter den Mathe-Leistungskursen
Ein Exot ist dieser Kurs deshalb, weil er der einzige Mathematik-Leistungskurs
ist, der kein Tutorkurs ist und weil er ziemlich bunt zusammen gesetzt
ist. Der Kurs besteht zur Hälfte aus Physikern und aus etwa gleichen
Teilen Chemikern und Franzosen. Einen vereinsamten Sozialwissenschaftler
kann man in diesem Kurs auch finden.
In einem so bunt zusammen gewürfelten Kurs kann natürlich
auch nicht immer "Friede, Freude, Eierkuchen" herrschen. Es gibt zum Beispiel
das Problem, daß Physiker und Franzosen (insbesondere Klaus-Markus
und Vanessa) sich nicht besonders gut verstehen. So kam es in den 2½
Jahren immer wieder zu rein mathematischen Auseinandersetzungen zwischen
Vanessa und Klaus-Markus, die ganz sachlich ausgetragen wurden und lediglich
hin und wieder hysterische Anfälle seitens Vanessa auslösten,
die sogar einmal zu einer "gesalzenen" Auseinandersetzung führte.
Doch nicht nur dieses Leiden war uns mit auf den Weg gegeben worden.
Der Chemiker Torsten (In eingeweihten Kreisen "Stampf-Stampf" genannt,
wegen seiner Trampelei an der Tafel. Es sah immer so aus, als müßte
er mal dringend zur Toilette!) hatte sich angewöhnt, Herrn Porschen
bei seinen Erklärungen durch den Satz: "Ich habe aber einen anderen
Lösungsansatz gewählt, kann der auch richtig sein?" zu unterbrechen.
Ja, er hat es sogar geschafft den ganzen Kurs von der Plücker-Form
zu begeistern, nachdem er wieder versucht hatte das Mathebuch auswendig
zu lernen. Während dem Physiker Torsten die ganze Sache recht wenig
zu interessieren schien und er mit dem Chemiker Torsten nur eins gemeinsam
hatte: Das Zu-spät-Kommen!
In dieser Disziplin war auch Christian B. ein Meister, obwohl er, je
näher wir auf das Abitur zu steuerten, immer öfter vor Herrn
Porschen im Kursraum war. Vielleicht lag dies ja auch an den Verspätungen
seitens Herrn Porschen, die zunahmen im Laufe der Zeit.
Doch jeder hatte eigentlich irgendeine Macke (auch wenn hier nicht jeder
sein Fett weg bekommt). Andre konnte an allem etwas zu meckern finden und
war sich dieser Tatsache auch bewußt. Frank mußte selbst im
tiefsten Winter das Fenster geöffnet haben. Vielleicht war sonst die
Gefahr ja zu groß, daß er einschlief oder sein Gehirn mangels
Sauerstoff zu Fehlfunktionen neigte? Herr Porschen liebte es die Türen
so zu zuknallen, daß die Wände wackelten, außerdem war
er gnadenlos, wenn es um das Zu-spät-Kommen ging; jede Minute wurde
auf das genaueste registriert. Ebenso war er sehr sparsam mit Kreide. Beim
Tafelwischen wurde um die Zahlen und Zeichen, die in der nächsten
Aufgabe noch mal vorkommen könnten, herumgewischt, damit das nächste
Tafelbild mit möglichst wenig Kreideverbrauch entstehen konnte.
Christian R. drängte seine Kurssprecher in den Freistunden ständig
zu Kursfeten. So kam es im Laufe der Zeit zu drei Kursfeten, die von mal
zu mal von größeren kulinarischen Genüssen gezeichnet wurden,
bei denen Frank vereinzelt Schwierigkeiten mit einem Parkplatz hatte. Doch
neben diesem Genuß für die Lachmuskeln der Umstehenden und der
Mitfahrer gab es alles von Salaten mit Brot und Frikadellen über Pizza
zu Nudelauflauf á la Carbonara und Lasagne. Auch bei diesen Kursfeten
waren wir Exoten; denn alles lief ganz gesittet ab (ohne Alkohol) und war
spätestens um Mitternacht beendet. Ein ganz solider Kurs also, was
war auch anderes zu erwarten?
Eine weitere Besonderheit aufgrund der Zusammensetzung, gab es bei der
Studienfahrt. Da der Physik-Lk und der Chemie-Lk zusammen mit einem ganz
"normalen" Mathe-Lk nach Prag fuhren, fuhren drei Viertel dieses Kurses
auch gemeinsam auf Studienfahrt. Ob das am Kursklima lag?
Es gab in unserem Kurs in der OII auch Leute, denen das Kursklima anscheinend
nicht gefallen hat; sie überlegten sich das noch einmal und flüchteten
zu Deutschleistung bzw. zu einem nicht so exotischen Matheleistungskurs.
Wobei den Flüchtling zum anderen Mathekurs nach der Studienfahrt doch
etwas zu uns zurück zog; denn er bandelte kurzerhand mit Melanie an.
Ansonsten tat sich nicht mehr viel an der Besetzung. Sowi-Marco kam zu
uns und beglückte uns mit dem Satz: "Ja ja, ist schon klar, hab' alles
verstanden.". Im letzten Jahr vor dem Abitur kam Chemiker Markus zur Truppe
hinzu, und vor dem Endspurt in 13/2 verließ uns die Französin
Christine. So sind wir letztendlich mit zwanzig Exoten, die sich unter
Anleitung von Herrn Porschen auf das Abitur vorbereiten. Na, haben es alle
geschafft?
(Stefanie Cohnen, Christoph Hantsch)