Der glorreiche Aufstieg und Verfall der Sexta a
Die bewegte Laufbahn der Sexta a begann mit 30 erwartungsvollen, kleinen
Lateinern, die zum Auftakt ihres harten Gymnasiastenlebens eine Sonne für
ihr neues Klassenzimmer überreicht bekamen. Doch das Licht der Sonne
sollte sie nicht lange erhellen, denn aus scheinbar unerklärlichen
Gründen verabschiedete sich schon bald ein Sonnenstrahl nach dem anderen.
Dank der aufopferungsvollen Unterstützung eines Mitschülers erhielten
wir jedoch ein neues Exemplar, welches uns von nun an den Weg weisen sollte.
Aller Anfang ist schwer, doch unsere erste Klassenlehrerin, Frau Peukert,
verstand es, sehr schnell unsere ersten Barrieren (sowohl sprachlicher
Art als auch klassenintern) zu überwinden und damit die Basis für
die kommenden sechs Jahre aufzubauen.
Nach zwei Jahren verließ sie uns aufgrund ihrer Schwangerschaft,
und Herr Gronenthal übernahm das Ruder. Mit ihm schipperten wir in
der Quarta nach Terschelling. Das unvergeßlichste Erlebnis dieser
einwöchigen Fahrt war eindeutig eine geplante zweistündige Wattwanderung,
die sich auf eine ganztägige Wanderung durch das Vogelschutzgebiet
ausdehnte und mit einer Strafe von 30 Gulden für jeden Schüler
endete. Auch wenn Herr Gronenthals Erdkundekenntnisse sehr bescheiden waren,
so erwies er sich als geschickter Verhandler mit den Behörden, und
somit bekamen wir eine Strafmilderung (nur ein Gulden pro Person). Doch
nicht nur diese Klassenfahrt wird uns allen in Erinnerung bleiben; auch
die darauffolgenden zwei Jahre mit ihm haben Spuren bei uns hinterlassen.
Schon bald wurden wir wieder mit einem neuen Klassenlehrer beglückt:
Herr Klein glaubte, mit unserer "Musterklasse" das große Los
gezogen zu haben. Vom Gegenteil wurde er alsbald überzeugt, besonders
nachdem einige talentierte Künstler der Klasse unter Zustimmung der
anderen das Klassenzimmer mit Postern von (meist) halbnackten "Schönheiten"
verzierten (unsere Klassenausstattung war schon immer ausgefallen, wie
zum Beispiel unsere verkrüppelte Sonne, Weihnachtsschmuck im Sommer,
ein selbstgeknüpftes Spinnennetz an der Decke, Gardinen an den Fenstern
bis hin zu einem Aquarium ...). Diese Aktion ließ das Herz mancher
Lehrer höher schlagen, die Direktion erfreute es jedoch nicht! Aber
Herr Klein konnte dies nicht erschüttern, und wie Fortuna so will
nahm das Schicksal einer jeden Lateinklasse seinen Lauf: "De bello gallico"!
Kurze Erholungsphasen boten sich glücklicherweise durch drei Klassenfahrten
an: Drei Tage Bad Münstereifel in der Obertertia, geprägt von
Stadtrallye, Fassadenkletterei und Kartenspielen; die Besinnungstage in
Kamp Lintfort in der Untertertia zusammen mit einigen aus der "b", die
von jedem unterschiedlich aufgefaßt wurden, aber dennoch drei erlebnisreiche
Tage waren; und schließlich die einwöchige Abschlußfahrt
in der 10 nach Brakel in den Bungalowpark, wo wir unsere Fähigkeiten
in bezug auf Selbstversorgung und Instandhaltung der Bungalows unter Beweis
stellen konnten. Leider verging auch hier die Zeit wie im Fluge, und schon
bald drückte jeder von uns wieder die Schulbank und quälte sich
weiter mit lateinischen Originaltexten. Da waren die Lehrbuchtexte im roten
und olivfarbenen Cursus Latinus gar nichts gegen, und so manch einer wünschte
sich zurück in die damals noch sorgenfreie Zeit. Bestimmt wird allen
unser erster Text noch einigermaßen in Erinnerung geblieben sein,
nämlich:
Marcus hodie in Colosseo est.
Sed ubi est Cornelia?
Marcus diu expectat.
Subito videt:
Ibi Cornelia stat!
Marcus gaudet et vocet.
Et Cornelia gaudet et salutat
Folgende Schüler aus der alten Sexta a befinden sich noch heute
unter den Abiturienten:
Stefan Bagusche (Boi), Jennifer Begrich (Kn), Christian Bosau (Hd),
Maike Bubeck (Kn), Volker Eidems (Boi), David Fröde (Mue), Christoph
Hantsch (Hd), Burkhard Heil (Kn), Nicole Hurtz (Hd), Frank Klein (Hd),
Christoph Mäurer (Cb), Peter Moll (Sl), Fabian Neikes (Hd),
Sabine Ohmes (Ben), Lars Siekmeyer (Sl), Ingo Strauch (Hd), Birgit Szymczak
(Boi), Hedwig Thelen (Boi), Patricia Vahsen (Rb), Christoph Vaßen
(Mr), Torsten Wacker (Dk), Sabine Wentz (Boi), Sami Yahya (Kn)
(Birgit Szymczak, Jennifer Begrich)