Cusanus Gymnasiums Erkelenz
Abi-Jahrbuch 1994
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Sexta c (Gerretz / Janschewski)

"C" wie CLEVER

Guten Morgen, Herr Gerretz! Setzen! Der Unterricht beginnt um 7:40 Uhr in einer stinknormalen Klasse - eine stinknormale Klasse? Nein - denn wir sind die Klasse von Herrn Gerretz.

Gerade sitzen wir in der ersten Stunde mucksmäuschenstill und absolut diszipliniert in unserem Klassenzimmer in der zweiten Etage und sehen den "Geier" über uns kreisen: Mathematik.

Es steht eine Nachschreibearbeit an, und wie immer wird erstmal das Antipfuschkonzept unseres Klassenlehrers durchgeführt: Linke Wandseite ganz ans Fenster, letzte Reihe ganz nach vorne, alle anderen eine Reihe nach hinten, usw.! Daraufhin werden zwei unterschiedliche Arbeitsblätter ausgeteilt. Mitten in der Stunde gibt es einen uns wohlbekannten dumpfen Schlag: Markus N. ist mal wieder umgekippt! Nun ja, jetzt muß halt die Nachschreibearbeit wieder nachgeschrieben werden.

Was dann folgt, ist uns in Fleisch und Blut übergegangen: Bevor wir die Arbeit zurückbekommen, fertigen wir erst die offizielle "Lehrerlösung" von Gruppe A und B einschließlich Berichtigung an. Dann erst erhalten wir die korrigierte Arbeit. Doch diese wird nicht nur einfach berichtigt - natürlich werden die Fehler auch noch schriftlich analysiert.

Inzwischen geht es Markus N. wieder gut und auch wir sind nicht weiter bestürzt, sind uns doch Krankheitsfälle ziemlich geläufig - so z.B die Windpockenepidemie auf einer unserer zwei Klassenfahrten nach Kloster Brunnen.

Der Gong - 5 Minuten-Pause.

Natürlich gehen wir jetzt wieder unserer Lieblingsbeschäftigung nach: Diverse Flugobjekte verlassen unser Klassenzimmer zur Tür hinaus. Krönung unserer Wurfkünste waren zwei Orangen. Die eine traf Frau Korte (unglücklicherweise verlor sie dabei eine Kontaktlinse), die andere landete am Kopf unseres stellvertretenden Schuldirektors Herrn Kaibel.

Schon wieder klingelt es.

Uns erwartet eine afrikanische Stunde: Erdkunde mit Frau Kern.

Wir begrüßen unsere Lehrerin mit einem schleimüberzogenem Lehrerpult und einem freundlichen "Hallo Gabi!".... Nachdem Herr Gerretz auf Hilferufe unserer verzweifelten Lehrerin wieder Ordnung geschaffen hatte, werden wir über die Kühlschrankpreise in Burundi aufgeklärt. Gestört wird der Unterricht jetzt nur noch durch die Demontage der Vorhanganlage durch Alexander V. Frau Kern sagt darauf nur: "Ich kann mich daran erinnern, daß das vorher anders ausgesehen hat!"

In der ersten großen Pause sehen wir Michael K. verzweifelt auf dem Schulhof umherirren. Er versucht krampfhaft, die fehlenden Milchflaschen wieder einzusammeln. Leider weilten die Flaschen oft aus "Stilgründen" nicht mehr unter uns.

Ein Blick auf den Vertretungsplan sagt uns: Politik bei Becker fällt aus!

Was uns jetzt alles durch die Lappen geht: Frauenfeindliche Meinungen, Streitgespräche zwischen schwarzer und roter Front (Becker contra Neumann), unzählig kopierte Tagesschaureferate, üble Ungerechtigkeiten etc ... (sparen wir uns den Rest).

Dafür gönnen wir uns jetzt eine langweilige Erdkundevertretungsstunde bei Herrn Lenz. Um diese Stunde etwas aufzulockern, verschaffen wir uns eine etwas andere Sicht, indem wir uns mit dem Rücken zum Lehrerpult auf unsere Tische setzen. Etwas verdutzt setzt er dennoch seinen fledermausgrauen Koffer (Modell "Warmalaktuell") auf dem Tisch ab, zückt sein von der Sparkasse gesponsortes rotes Notenbüchlein, läßt "ein Fenster zwecks Belüftung" öffnen, und beginnt die Stunde mit dem obligatorischen "Gut´ Morgen". Es dauert ein paar Minuten bis er seine strategisch ungünstige Position erkannt hat und sich zur Behebung dieser spontanerweise samt Kartenständer und Equipment auf den langen Weg durch die Klasse begibt. Gewohnt nach Fahrplan gehen wir nun zur Topographie über, die wir unbedingt vermeiden müssen. Zeit für eine neue Störung des (nach § 12 Abs. 3 des Lehrerhandbuchs "Lehren leicht gemacht - für jedermann", Ausgabe des Jahres 1888) "wohlorganisierten" Unterrichts. Eine uns vom "neutralen Ton" wohlbekannte Stimme ruft zum Lenz-Dance (sprich: Läääänz Dääääns) auf.

Kurz nachdem Herr Lenz uns verlassen hat, reizt es Alexander V., die Nebenklasse via Fensterbank zu besuchen.

Die vierte Stunde widmen wir Herrn Gronenthal, für den wir entweder zu primitiv oder zu losgelöst ("Leute, guckt doch in den Text!!!") denken. Seine Verzweiflung über unsere abgehackten, eintönigen Antworten äußerte sich in für ihn markanten Aussagen wie: "Apfel! Birne! Könnt ihr keine ganzen Sätze formulieren?!?"

In der zweiten Pause drehen wir wie gewöhnlich unsere Runden um das Mädchen-Gymnasium.

Zum Anfang der fünften Stunde deutet sich ein "Regierungswechsel" an: Herr Janschewski übernimmt das Kommando.

Janoschs Traumstunde beginnt. Elemente wie der Turmbau zu Janschewski   (Hier die Bauanleitung: Man verklebe die Eingangstür mit Zeitungspapier, staple drei oder vier Tische aufeinander und warte auf Reaktionen) oder  Kultur auf dem Schrank (man nehme einen Autoreifen, Bananenschalen, Kondome, Büchsen, Straßenbegrenzungspfosten, Taschentücher, Schwämme, Joghurtbecher etc. und drapiere sie kunstvollerweise auf dem Medienschrank) zeigen Werner wo´s lang geht.

Es gongt, wir haben es geschafft!!!

Zum Abschluß unserer gemeinsamen Schulzeit treffen wir uns in der Wingertsmühle. Hier werden Erinnerungen an unsere Klassenfahrten nach Kloster Brunnen, Blens, Kamp Lintfort und Berchtesgaden (Werfenweng) wach.
 
Sicherlich fiel es uns in unserer Zusammenfassung schwer den Lehrern gegenüber neutral zu bleiben. Daher wollen wir noch folgendes hinzufügen:
 

Herr Gronenthal! Sie haben uns geprägt!
Herr Gerretz! Sie prägten uns noch viel mehr!
Herr Lenz! Sie leider nicht!
Herr Janschewski! Wir träumen immer noch!

 
Von diesem "cleveren" Stamm sind bis in die OI noch erhalten geblieben:

Markus Breuers (Sl), Dirk Bessell (Mr), Fiona Franke (Kn), Michael Keimes (Hd), Melanie Klöckner (Cb), Martin Lowis (Boi), Stefanie Mähler (Jn), Dirk Neumann (Hd), Birgit Noczinski (Boi), Sonja Oversberg (Be), André Roemgens (Hd), Markus Räse (Jn), Marcel Redde (Boi), Oliver Schmitz (Hd), Gioia Tümmler (Kn),  André Theißen (Jn), Alexander Vieten (Dk), Corvin Volkholz (Cb), Anke Vogt (Jn), Marco Warga (Hd), Robert Will (Mr)
 
Neben all den Klassenkameraden, die unsere Klasse bzw. Schule verlassen haben, möchten wir vor allem noch unseren Klassenkameraden und Freund Alexander Dettmer erwähnen, der während unserer Schulzeit an seiner schweren Krankheit starb.

(Anke Vogt, Michael Keimes, Dirk Neumann)