Anfang Februar war es soweit - im großen Atrium unserer
Schule zitterten knapp 200 Schüler, um zu erfahren, wer sie für
die nächsten 2½ Jahre quälen würde. Für 19 Leute
hieß es "Englisch LK" bei Frau Hoffmann. Wir hatten zwar keine Wahl,
aber es war auch keine Qual, denn sie wurde sogleich zu unserer Ersatzmutti.
Nach einigen Wochen harten Englischunterrichts starteten wir zu einer
Exkursion! "Auf zur Dinoausstellung nach Bonn!" Frau Hoffmann war voll
im Dinofieber - ganz im Gegenteil zu uns.
Unsere zweite und letzte Exkursion war eine Tour zur CHIO nach Aachen.
Nur für diejenigen unter uns, die Pferde lieben (Susannchen und Louisa,
vielleicht auch noch Tanja und Sonja) war es ein gelungener Tag.
Nachdem wir uns so an Frau Hoffmann gewöhnt hatten und unsere Tutorfahrt
(eigentlich mit Turkish Airways nach New York) nach Wien geplant war, wurde
sie zunächst für einige Tage krank. Wochen der Ungewißheit
folgten für uns, dann des Rätsels Lösung: Unsere "Mama"
wurde Mama! Wir waren zunächst sehr traurig und zweifelten, ob wir
nochmals soviel Glück haben würden ...
Die Begrich-Ära begann, eine Ära der Kursfeten und guten Ratschläge
fürs Leben. Die Kursfeten fanden stets im Hause Begrich statt; es
wurde bis spät in die Nacht getrunken, gegessen und erzählt.
Der Kurs von Willi Klein war unser ständiger Begleiter - sowohl bei
unseren einschlägigen Kursfeten als auch bei unserer Tutorfahrt nach
Wien, eine Woche im Stundenhotel "Zur Blauen Donau" für ca. 500 DM!
Eines Nachts überraschten wir dort Papa Begrich und Willi, die
leicht angetrunken waren, mit der Nachricht, daß das Hotel (von Harry
Wynford empfohlen) nicht nur zur Unterbringung von armen Schülern
und Lehrern gedacht war, sondern auch offen war für Damen, die "spezielle
Wünsche" erfüllen. Willi in seinem überaus sexy gelben Schlafensemble
stellte trocken fest, daß wir - die unter Schock standen - uns gut
noch etwas dazuverdienen könnten.
Nicht nur unsere Nächte waren lang und anstrengend, sondern auch
die kulturreichen Tage waren "exhausting"!
Zurück in "good old Germany" gab Herr Begrich uns - besonders gerne
während Klausuren - wertvolle Ratschläge fürs Leben. So
zum Beispiel: "Ich sage Euch eins, macht was aus Eurer Hochzeit" oder "Setzt
Euch für Eure Kinder ein!"
In Bezug auf unser Abitur gab er uns folgende Ratschläge:
Eine Liste bereithalten, auf der notiert wird, was sämtliche Lehrer
bezüglich Abithemen andeuten.
Ständig die Nachrichten verfolgen um in mündlichen Prüfungen
damit zu glänzen.
"Extraordinary vocabulary", um Lehrer zu beeindrucken.
Sie sehen, Herr Begrich, dies alles - und noch viel mehr - ist in unserem
Gedächtnis haften geblieben.
Conclusion: We were not like a summer’s day but a winter’s night.