Alle - das heißt fast alle (die fehlenden Personen wollen
wir hier jetzt nicht namentlich nennen) trafen sich nach dreiwöchiger
Osterpause zu unmenschlich früher Stunde vor unserer geliebten Schule
(unser Gruß geht hiermit an Herrn Weltermann), da die Abfahrt für
8.00 Uhr vorgesehen war. Dieselbe erfolgte jedoch erst um 8.30 Uhr, da
jemand (der Name bleibt wie oben erwähnt geheim ...) seinen persönlichen
Weckdienst dringend benötigte. Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten
verlief unsere Reise ohne größere Zwischenfälle - ganz
abgesehen von der Tatsache, daß wir eine geschlagene Stunde brauchten,
um nach Heinsberg zu kommen.
An dieser Stelle seien allerdings die leichten bis mittel schweren Auseinandersetzungen
mit den Toilettenfrauen Frankreichs bzw. Belgiens erwähnt, die, handgreiflich
werdend, ihr Trinkgeld verlangten ...
Um 18.05 Uhr erreichten wir dann unser erstes Ziel, "Bayeux". Die Stadt
machte auf uns alle direkt einen netten Eindruck, doch schon ereilte uns
das nächste Problem, das nicht unser letztes sein sollte - aber davon
später. Wo war bloß unsere Jugendherberge? Die Aufstellung der
Schilder ließ einiges zu wünschen übrig und verlangte,
was die Richtung betraf, viel Phantasie.
Als wir nun endlich unser rettendes Ziel erreicht hatten, traf uns gleich
der nächste Schicksalsschlag: Es gab nur Einzelzimmer und das hätte
unweigerlich die Trennung von unserem nun doch schon so lieb gewonnenen
"Busnebenmann", für die Emanzipierten unter uns natürlich "Busnebenfrauen"
bedeutet, jedoch ließen wir direkt unsere Muskeln spielen und verwandelten
die Einzelzimmer in jeweils ein Ankleidezimmer (welch ein Luxus!) und ein
Zweibettzimmer. Wobei das Risiko des Aus-dem-Bett-fallens durch den geschickten
Schmalbau (!) der Zimmer sehr gering gehalten wurde. Die Zeit, die wir
zum Einrichten benötigten, wurde von uns knapp bemessen, da es eh
keinen Platz zum Auspacken der Klamotten gab. Jeden Morgen bzw. Abend bestand
das Ritual darin, lediglich den Koffer zwecks Entnahme der wichtigsten
Dinge zu öffnen und danach wieder zu schließen.
Nach und nach stieg nun das Gefühl eines immer unerträglicher
werdenden Hungers in uns hoch (wir hatten uns ja auch kräftig angestrengt
... ) - demnach stieg die Freude aufs Abendessen von Minute zu Minute an
- bis ins Unermeßliche ... Im Speisesaal angekommen ereilte uns die
nächste Ernüchterung: Es schien ein großes Mißverständnis
vorzuliegen, da die Köche - vermutlich aufgrund der Sprachbarrieren
- die Bestellung der Halbpension als "Halbportion" verstanden hatten.
Nach diesem Mahl begaben wir uns auf einen Erkundungsgang durch Bayeux,
wobei einige ihrem Bedürfnis nach Nahrungsaufnahme schamlos nachgaben
(Crepes, Pizza, Cidre etc.).
An diesem Tage fielen wir alle todmüde in die Betten und hielten
unsere auf 24.00 Uhr vorgesehene Nachtruhe brav ein - aber das sollte sich
ändern ...