Cusanus Gymnasiums Erkelenz
Abi-Jahrbuch 1994
- Vorwort
 

Tutorkurse

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- Physik (Hündgen)
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- Deutsch (Martin)
- Biologie (Müller)
- Deutsch (Roeben)
- Mathematik (Schleicher)

 
Die Grundbausteine 
unserer Stufe:

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- Sexta d
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- Ansichten eines Seiten-
  einsteigers

 
Grund- und
Leistungskurse:

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- LK Sozialwissenschaften
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- LK Mathematik (Porschen)
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- GK Mathematik (Geiser)
- GK Mathematik (Jäger)
- GK Sozialwissenschaften (Exner)
- GK Biologie (Küppers)

 
Berichte und
Gedichte:

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- Anna Bolika
- Trilogium: Der Physianismus
- Theater AG der Oberstufe
- Der schwere Abschied von 
  Karl-Heinz Weltermann
- Entschuldigungen '94: 
  Kreativ muß man sein
- Die Cusanus Big-Band
- Die Astro-AG Dynastie
- Game over
- Impressum

Tutorkurs Physik bei Herrn Hündgen

Papa Schlumpf und seine Schlümpfe

Im Frühjahr ‘92 trafen wir zum ersten Mal zusammen, die vom Meister persönlich schon im vorhinein ausgewählte Gruppe angehender Physiker. Zur Kennzeichnung der Person unseres anerkannten Oberhauptes sind seine Begeisterung für sein Fach und seine Spielleidenschaft erwähnenswert. Erstere äußerte sich in einer nicht zu bremsenden Arbeitswut, die für Außenstehende leicht an seinem charakteristischen Gang erkennbar ist, der dadurch gekennzeichnet wird, daß er mit einem Schritt eine Strecke zurücklegt, für die ein Normalsterblicher mindestens zwei benötigt. Sein Tempo und seine Begeisterung schlug sich auch in seinem Unterricht nieder, so daß wir uns diesem trotz immer wieder unternommener Boykottversuche nur schwer entziehen konnten, wobei beides für unseren Kurs prägend war. Seine Spielleidenschaft zeigte sich an seinen für die Schule immer wieder neu erworbenen physikalischen Instrumentarien, wie zum Beispiel einem Computerprogramm, mit dem man die Daten eines Versuches tabellarisch und graphisch verarbeiten kann. So bot sich hier für uns immer wieder neue Möglichkeiten, vom eigentlichen Unterricht abzulenken. So zum Beispiel, wenn man den vollelektronischen Fernseher nebst Videorecorder mittels einer passenden und eigens für diesen Zweck mitgebrachten Fernbedienung manipulierte. Das führt dazu, daß unser Tutor sowohl an der Technik als auch an seinem Verstand (ver-)zweifelte.

Die Besonderheit unseres Kurses lag darin, daß diesmal neben den reinen Naturwissenschaftlern auch einige Exoten wie Sozialwissenschaftler, Englisch- und Deutsch-Leistungskursler mit von der Partie waren. Sie sorgen in den Stunden für frischen Wind, indem sie Kurs und Tutor nicht damit verschonten, physikalische Fragen auch auf ihren philosophischen Gehalt hin abzuklopfen, und so unseren Kurs vor dem drohenden Fachidiotismus bewahrten. Den für Physiker sozusagen obligatorischen Mathematik-Leistungskurs mußten sie allerdings privat in ihrer Freizeit nachholen.

Eingeweiht wurde unser Kurs mit einer Wanderung zu einem Waldsportplatz und anschließendem Fußballspiel. Dank der vier Pausen, in denen ausgiebig für das leibliche Wohl gesorgt war, überstanden auch unsere drei Ladies dies ohne größere Schäden, so daß wir schließlich mit einem ausgeglichenen Endergebnis von 11:9 nach Hause zogen.

Unangefochtener Höhepunkt der gemeinsamen Zeit bildete sicherlich die Studienfahrt nach Prag, die zusammen mit den Tutorkursen "Schleicher" und "Cuber" unternommen wurde. Wir nutzten die Zeit, um uns ausgiebig mit der Kultur der Stadt, besonders mit der flüssigen Nahrungsaufnahme bekannt zu machen. Aber auch die Stimmung der Stadt Prag, des ehemaligen Zentrums Europas, faszinierte. Hier einige Highlights:

Montag, 19.04.1993:
Ankunft um 13:30 Uhr im Regen, alles grau; Hotel Kupa: eigentümliche Konstruktion; Zimmer in luftiger Höhe (21 Stockwerke)
Badewanne scheppert; Betten: Achtung! Einsturzgefahr!
Am Abend: Wetter mild; 1. Stadtführung vom Tutor im Schnelldurchgang; Begeisterung für die malerische Altstadt; Einweihung durch Tutor in spätere Stammkneipe; 1. Kontakt mit Prager Bier; Leichte Mädchen an jeder Ecke; Verlust von Fabian; Frage, ob Bett schaukelt, immer noch ungeklärt; (Fabi ist wieder aufgetaucht!)

Dienstag, 20.04.1993:
Anstehen beim Frühstück, Kaffee ungenießbar; zweimal Besuch des Klosters Strahov (ist beim ersten Mal geschlossen); Richtige Straßenbahnhaltestelle dank Tutor verpaßt, müssen zurücklaufen; Essen: bürgerliche Küche; Marco verloren, taucht später mit den Chemikern wieder auf; wichtigstes Ereignis des Tages: um 14 Uhr scheint die Sonne!
Nachmittag zur freien Verfügung; Abend: Jugendstil-Bahnhof, Bahnhofskneipe
Die Füße tun weh!!!

Mittwoch, 21.04.1993:
Führung mit edlem Wimpel (blau-weiß-rot) durch Altstadt von Prag, vier Stunden gelaufen; am jüdischen Friedhof Tutoren Hündgen und Cuber abhanden gekommen, aber Kursführung auch ohne Tutoren pflichtbewußt zu Ende geführt; Hündgen und Cuber pünktlich zum Mittagessen wieder aufgetaucht; Mittagessen (Wild) in der Stammkneipe, tröpfchenweise tauchen alle ihrem Herdentrieb folgend nach langem Irrgang durch Prag wieder auf.
Abend: Ta Fantastika Pan Optikum, Black light theatre; Keiner hat’s verstanden, daher kurze Deutung: Geschichte der Entwicklung eines Kindes zur Frau; Kindheit: Reich der Phantasie, Apfelmotiv (Bibel) lockt das Kind; Kind wird zum jungen Mädchen; wird von einem jungen Mann mit einem Apfel verführt; verliert seine Unschuld; wird später selbst zur verführerischen Schlange; junge Mutter mit Baby; zuerst noch spielerischer Umgang; erkennt den neuen Ernst noch nicht; Schluß: Mutter und erwachsene Tochter bereiten sich beide auf ein Rendezvous vor, jedoch nur die junge Tochter wird abgeholt.

Donnerstag, 22.04.1993:
Morgens: Loreto-Heiligtum, beeindruckende Schatzkammer mit Diamantenmonstranz; Glockenspiel mit 27 Glocken (Die Zahl geht auf eine Legende zurück, nach der eine Mutter für alle ihre toten Kinder, die von einer Seuche dahingerafft wurden, ein Sterbeglöckchen gekauft hat. Als sie aber selbst an der Seuche starb, war niemand da, um eine weitere Glocke zu kaufen, aber wie durch ein Wunder sollen alle Glocken der Kinder zugleich für sie geläutet haben.); Prager Burg; Wachablösung mit Blaesern und Trommlern in den Fenstern, die während der Parade kräftig den March blasen; Prager Fenstersturz: "Und hier sind die aus dem Fenster gefallen ..."; Herr Cuber hat Probleme mit der Größe der Türen im "Goldenen Gäßchen"; Mittagessen
Um 15 Uhr Treffen am Technischen Museum, selbständige Hinfahrt, für einige nicht einfach, da man entweder auf Glück vertraut, wenn es darum geht, ob die soeben genommene S-Bahn auch in der Nähe vom Museum vorbeikommt, oder die Karte fehlerhaft ist.

Freitag, 23.04 1993:
Unser letzter Tag beginnt für die meisten zu früher Stunde in der Privatdisco der hauseigenen Bar; Aufstehen zur spartanischen Zeit (8 Uhr); letzte Besichtigungstour, das Tempo gegen Ende der Fahrt immer schwächer; Film- bzw. Fototermin mit malerischem Panorama an der Karlsbrücke; Nachmittag: freie Verfügung; Mädchen gehen einkaufen, ab und an von genervten Jungs begleitet; wie jeden Abend genießen wir den Interschmaus im Hotel Kupa mit Resten vom Vortag; Feuchtfröhliche Abschiedsparty in der Stammkneipe

Dokumentiert wurde die Studienfahrt anschließend von einem selbst erstellten und unter größten Aufwand mit Musik und Wort vertonten Film. Er wurde unseren Finanzspendern (sprich: Eltern) bei einem gemütlichen Abend mit Spanferkel, Sauerkraut und reichlich Bier vorgestellt.

Zuletzt sollten noch die beiden Kursfeten, die unsere drei Jahre angenehm einrahmten, erwähnt werden. Unser Tutor nutzte sie meist dazu, sich den bequemsten Platz auszusuchen und sich von uns mit Essen und Getränken versorgen zu lassen, während wir auch das Tanzbein schwangen.

Zum Abschluß noch einige Kommentare unseres Tutors:

  • »Von nix kütt nix!«
  • »Blaues Licht hat mehr "Kawuptich" dahinter, energiemäßig gesehen.«
  • »Äquidistanz heißt "Pferdelängen".«
  • »Äquivalent bedeutet dementsprechend "gesundes Pferd".«
  • »Singuläre Stellen von unstetigen Funktionen sind Einsiedler.«
  • »Das dauert genau ungefähr eine Stunde.«
  • »Quantenphysik hat also nix mit Füßen zu tun!«

Allen Kursteilnehmern viel Erfolg für die Zukunft, und nicht vergessen: "Alles ist relativ ..."!

(Nicole Hurtz)